Stationäre Wohnformen -
zentral und dezentral

Nach dem Grundsatz „soviel Selbständigkeit wie möglich und soviel Unterstützung wie nötig" gibt es unterschiedliche stationäre Wohnformen. Durch dieses differenzierte Wohnangebot werden fließende Übergänge vom stationären ins ambulante Wohnen geschaffen.

9 Wohngruppen mit Gruppengrößen zwischen 6 und 16 Personen in sechs Wohngebäuden sowie mehrere Trainingswohnungen auf dem Hauptgelände „Am Böllberg“ in Wengern/Wetter bieten ca. 100 Frauen und Männern stationären Wohnraum an. In den Orten Wengern und anderen Wetteraner Vororten gibt es weitere Möglichkeiten des stationären Einzelwohnens und Außenwohngruppen für ca. 40 Frauen und Männer. Ein neu errichtetes Wohnheim in der Schöntaler Strasse in Wetter bietet 24 Menschen mit Behinderungen ein Zuhause.

Um den unterschiedlichen Unterstützungsanforderungen gerecht werden zu können, arbeiten in den Wohngruppenteams in der Regel Mitarbeiterinnen mit Fachqualifikationen im pädagogischen und pflegerischen Bereich in interdisziplinären Teams zusammen. Im Wohnbereich erfolgt die Betreuung nach dem Bezugspersonensystem, das die individuelle Betreuung sowie den Aufbau und die Pflege einer vertrauensvollen intensiven Beziehung unterstützen soll.

Vielfalt von Wohnformen

Das Wohnen in der Gruppe - Wohngruppe - bedeutet Leben in einer familienähnlichen Gemeinschaft, in der jede Person Schutzraum, Toleranz und Geborgenheit finden kann.
In einer Wohngemeinschaft zu leben, bedeutet zumeist, dass Mitarbeitende stundenweise anzutreffen sind. Dementsprechend müssen die Bewohnerinnen und Bewohner bereits gewisse Herausforderungen des Alltags selbständig bewältigen. In der Regel haben diese Frauen und Männer zuvor in anderen Wohngruppen gelebt, in denen sie genau diese Selbständigkeit eingeübt und trainiert haben.

Eine eigene Wohnung oder ein Appartement empfiehlt sich, wenn Grundkenntnisse in der Haushaltsführung, Raum- und Wäschepflege, Freizeitgestaltung vorhanden sind. Diese Wohnmöglichkeit dient der Vorbereitung auf den Auszug in die eigene Wohnung.

In jeder Wohnform bieten wir die Begleitung von Paarbeziehungen an.
Die Zimmer (4 Doppelzimmer, ansonsten Einzelzimmer) und Wohnungen können - falls vorhanden - mit eigenen Möbeln eingerichtet werden. Ansonsten werden sie vom Frauenheim ausgestattet. Kleinere Haustiere können mitgebracht werden.

 

Frauenheim Wengern

Frauenheim Wengern

Spezialisierte Wohnangebote

Es gibt spezialisierte stationäre Wohnangebote. Wohn- und Betreuungskonzepte bieten wir

  • für Menschen mit geistiger Behinderung,
  • für Menschen mit psychischer Behinderung,
  • für Menschen mit psychischen Behinderungen und komplexen Mehrfach-Behinderungen,
  • für ältere Menschen mit Behinderung,
  • für Menschen mit herausforderndem Verhalten,
  • für Menschen, die an dem Prader-Willi-Syndrom (PWS) erkrankt sind,
  • für Menschen mit Bindungsstörungen.

Diese spezialisierten Wohngruppen weisen zwar einheitliche Aufnahmekriterien auf - zudem gibt es sie als Männer- oder als Frauengruppe - jedoch wird der Alltag durch die Individualität der Bewohnerinnen und Bewohner geprägt, die ganz unterschiedliche Charaktere, Wünsche und Fähigkeiten haben.

Das richtige Umfeld

Um das Zusammenleben zu erleichtern, wird bei Neuaufnahmen und Umzügen darauf geachtet, dass in einer Wohngruppe entweder möglichst Menschen mit ähnlichen Bedürfnissen und Vorlieben zusammenleben oder Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten, so dass sie sich gegenseitig unterstützen und ergänzen können.

Diese Prozesse, die in vielen Familien zum Alltag gehören, werden von pädagogischen Fachkräften und von der Bezugsbetreuerin begleitet.

 

 

Aufnahme und Finanzierung

Die Mitarbeitenden unterstützen und beraten Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen beispielsweise bei der Zusammenstellung der benötigten Unterlagen und Bescheide. Sie helfen auf Wunsch bei der Vorbereitung des allgemein üblichen individuellen Hilfeplangespräches in der Hilfeplankonferenz, an der verschiedene fachkundige Personen, die Antragstellerin oder der Antragsteller sowie - auf Wunsch - eine von ihr/ihm ernannte Vertrauensperson teilnehmen und in dem verbindlich Art und Umfang der Eingliederungshilfe festgelegt werden.

Die Mitarbeitenden der sozialen Dienste stehen selbstverständlich für erste unverbindliche Informations- und Beratungsgespräche zur Verfügung.

Nach dem ersten Gespräch wird ein Probewohnen für zwei Wochen in einer dem Wunsch und Hilfebedarf entsprechenden Wohnform angeboten. Das Probewohnen kann verkürzt oder verlängert werden. Die Finanzierung geht zu Lasten der Einrichtung.

Das stationäre Wohnen erfolgt im Rahmen der Eingliederungshilfe. Für Personen aus Westfalen und Lippe übernimmt in der Regel der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als überörtlicher Träger der Sozialhilfe die Kosten. Bei höherem Einkommen oder vorhandenem Vermögen müssen sich Menschen mit Behinderungen und ihre nächsten Angehörigen an den Kosten beteiligen.

Welche Ziele zukünftig angestrebt, welches Wohnangebot das richtige ist, welche Form von Hilfe benötigt wird - Assistenz, Beratung, teilweise oder vollständige Leistungsübernahmen -, werden in Betreuungskonzepte und Förderplanungen eingearbeitet. Diese werden gemeinsam mit der zuständigen Bezugsbetreuerin oder dem Bezugsbetreuer regelmäßig besprochen, mit der Bereichsleitung geklärt und überprüft und an die (veränderten) Wünsche angepasst.